Einmal im Vierteljahr legen wir in der Messfeier in der Nürnberger Innenstadtkirche St. Klara den Schwerpunkt auf das Verhältnis des Menschen zu Gott und Schöpfung. In unserer Gegenwart ist die Sorge um die Schöpfung zu einem zentralen Zeichen der Zeit geworden, an dem sich die Botschaft des Evangeliums bewähren und konkretisieren muss. Als Menschen "überformen" wir durch unser Handeln unseren Planeten und nehmen zentralen Einfluss auf praktisch alle Systeme der Erde - leider oft nicht zum Guten. Mit einem regelmäßigen Schöpfungsgottesdienst wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die uns umgebende Schöpfung als Hinweis auf den Schöpfer und dessen Liebe zu seiner Schöpfung wahrzunehmen, uns Menschen als Teil dieser Schöpfung und als abhängige Mitgeschöpfe im Netzwerk des Lebens zu erkennen und unseren Auftrag als "Hüter und Gärtner" (Gen 2,15) dieses Systems des Lebens zu verstehen und durch entsprechendes Handeln anzunehmen.
Der Klima Puzzle Workshop vermittelt Hintergrundwissen zu Auslösern und Folgen des Klimawandels basierend auf den wissenschaftlichen Aussagen des Weltklimarates. Im ersten Teil des Workshops wird 'gepuzzelt' und die Teilnehmer:innen erarbeiten sich gemeinsam und selbstständig ein vertieftes Klimawissen. Während das Puzzle wächst, treten Ursachen und Wirkungen hervor und die Mechanismen hinter den Klimaveränderungen werden nachvollziehbar. Im zweiten Teil des Workshops erarbeiten wir mögliche kleine und große Schritte für unseren Weg in die Zukunft
Mit dem päpstlichen Rundschreiben Laudato si' hat der damalige Papst Franziskus im Jahr 2015 ein bahnbrechendes, politisch ambitioniertes und aufrüttelndes Dokument veröffentlicht. Die 'Aufgaben im Bereich der Schöpfung', die 'Pflichten gegenüber der Natur und dem Schöpfer' sind Franziskus zufolge zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens. Auch sein Nachfolger Papst Leo hat bereits mehrfach die bleibende Verantwortung für die Schöpfung betont und zugleich die spirituelle Dimension der Enzyklika als Handlungsmotivation hervorgehoben. Welche Perspektiven aber kann eine christliche Schöpfungsspiritualität in einer seit 2015 stark veränderten gesellschaftlichen und (welt-)politischen Lage eröffnen? Welche Herausforderungen stellen sich? Welche Wege eröffnen sich?
Joanna Macy (1929 – 2025) war Ökophilosophin, Religionswissenschaftlerin, Pionierin der Systemtheorie und prägte das Konzept der Tiefenökologie maßgeb-lich. Ihr Lebenswerk verbindet Umweltphilosophie, spirituelle Verbundenheit und gesellschaftlichen Wandel. Mit ihrem Ansatz „Work That Reconnects“ zeigt sie Wege, wie Menschen sich wieder mit sich selbst, der Natur und dem Leben verbinden und so Hoffnung durch aktives Handeln finden können. Das Seminar lädt ein, Leben und Werk einer außergewöhnlichen Frau kennenzulernen und stellt die Tiefenökologie sowie mögliche Verbindungen zu einer christlichen Schöpfungsspiritualität vor.
Die dreitägige Fortbildung „Schöpfung konkret" verbindet schöpfungsspirituelle Erfahrungen (z.B. Sinnesspaziergang, Meditation) mit wissenschaftlicher Orientierung (planetare Grenzen, Donut-Ökonomie) und didaktischen Transfer (Barcamp, Unterrichtsideen). Sie sind eingeladen Schöpfungsbewahrung neu zu erleben, für sich selbst zu durchdenken und anschließend in konkrete Ideen für Gemeinde und Schule zu übersetzen.
Wir sind Teil der Vielfalt des Lebens, die Gott geschaffen hat. In der Bibel lesen wir von der Liebe Gottes zu allen seinen Geschöpfen: Ameisen, die Vögel unter dem Himmel oder die Lilien auf dem Feld werden uns als Spiegel vorgehalten. Wir erkennen darin, wie unser Leben, aber auch ein gutes Leben für alle Mitgeschöpfe gelingen kann. In mehreren Erkundungsgängen treten wir bewusst in die Begegnung mit der Natur und erfahren uns als Teil der großen und bunten Gemeinschaft der Geschöpfe Gottes. Wir nehmen uns Zeit für die Vogelbeobachtung mit Dr. Angelika Nelson (Ornithologien des LBV) und erforschen die Kraft, die aus einer tiefen Verbundenheit entsteht.