Die nächste Heizsaison naht und damit auch die Frage wie Kirchen energie- und damit klimaschonend beheizt werden können. Oft stellt das ein- bis dreimalige Aufheizen des Innenraums der Kirche pro Woche aufgrund des hohen Energiebedarfs, um die großen, hohen und in aller Regel un- oder nur wenig gedämmten Gebäude zu erwärmen, auch einen relevanten Kostenfaktor dar. Trotz langer Heizzeiten ist es in den Kirchenbänken dann aber oft nicht richtig warm (der Klassiker: Der Organist spielt auf der Empore im T-Shirt, weil die warme Luft nach oben steigt; die Gottesdienstbesucher kuscheln sich derweil immer noch in ihre Wintermäntel und Handschuhe).
Ein Ansatzpunkt, die Energieverbräuche deutlich zu senken, ist die Umstellung von einer Raumluftheizung zur Erwärmung des ganzen Innenraums auf so genannte körpernahe Heizsysteme. Zentrale Varianten solcher Heizsysteme sind beheizte Sitzkissen oder Bankheizungen sowie Infrarotstrahler z. B. für den Altarraum.
Der entscheidende Unterschied: Die Heizelemente sind nur in Betrieb
Als direkte Folge kann die Raumtemperatur in der Kirche abgesenkt werden und es entsteht ein großer Einspareffekt gegenüber der Erwärmung des gesamten Kirchenraumes (Absenkung des Wärmebedarfs um 80-90 %). Daher sind solche Heizelemente in Anschaffung und Betrieb deutlich günstiger als fossile Warmluftheizungen.
Sitzkissen oder Bankauflagen funktionieren dabei alle nach demselben Prinzip: In den Kissen sind Infrarot-Heizelemente eingearbeitet, ähnlich wie bei einer Heizdecke oder einer Autositzheizung. Die Kissen werden entweder über einen Akku oder eine fest installierte Elektroinstallation mit Energie versorgt.
Bei Interesse an einem solchen Heizsystem bzw. bei Fragen zur Förderung durch den Klimafonds der Erzdiözese wenden Sie sich bitte an unseren Klimaschutzmanager Mario Burghardt.
Bei fest installierten Systemen entfällt der Aufwand zum Aufladen und Aufbewahren der Akkus. Demgegenüber sind mobile Systeme flexibler. Ist der Akku geladen, kann das Kissen an jedem beliebigen Platz genutzt werden. Mobile Kissen benötigen einen passenden Lagerplatz. Eine grundsätzliche Entscheidung kann z. B. anhand des Benutzungsgrades getroffen werden.
Beim Laden per Induktion werden die Kissen in Laderegalen oder Ladeboxen abgelegt. Bei anderen Systemen werden die Kissen einzeln über Stecker an die Ladegeräte angeschlossen.
Die meisten festinstallierten Systeme werden zentral geregelt. Bei Kissen mit Akku ist die Wärmeleistung dagegen in der Regel am jeweiligen Kissen individuell einstellbar.
Manche Kissen sind für eine Person, andere für ganze Bänke gedacht, und es gibt auch Stühle mit integriertem Heizpolster. Auch wenn die meisten Hersteller „Standardmaße“ anbieten, sind in den allermeisten Fällen auch Kissen mit individuellen Maßen möglich. Ähnlich flexibel ist die Farbwahl der Bezugstoffe.
Hier lohnt die Nachfrage oder ein genauer Blick ins Angebot, denn einige Anbieter nutzen Recyclingmaterialien oder legen Wert auf eine gute Reparierbarkeit. Andere wiederum achten auf eine möglichst hohe heimische Wertschöpfung.
Vor der Entscheidung für beheizte Sitzkissen oder Bankheizungen sollte die Elektroinstallation von einem Fachunternehmen überprüft werden. Es kann sein, dass die Anschlussleistung erhöht oder die vorhandene Installation erneuert werden muss.
Für diese Bereiche, die sich nur schwer mit beheizten Sitzkissen ausstatten lassen, gibt es ergänzende Systeme, wie beispielsweise Infrarot-Strahler, Heizteppiche und Wärme-Paravents (Wärme-Wände).
Insbesondere wenn die Grundtemperatur des Gotteshauses gesenkt werden soll, muss die relative Feuchtigkeit im Blick behalten werden. Diese sollte nicht über 70 % ansteigen, um feuchtebedingte Schäden zu vermeiden. Grundsätzlich erhöhen körpernahe Heizsysteme die gesamte Raumtemperatur nur unwesentlich und verringern so die Schimmelanfälligkeit der Ausstattung, weil sie hierfür problematische Temperaturschwankungen reduzieren.