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Gärtnern ohne Torf

Anfang März, die Sonnenstrahlen werden wärmer, Krokusse und Schneeglöckchen strecken ihre Blüten aus der Erde, die Vögel singen wieder lauter – alle Zeichen stehen auf Frühlingsbeginn! Auch die Hobbygärtner stehen in den Startlöchern: Damit Samen und Stauden gut gedeihen muss noch neue Blumen- und Pflanzenerde besorgt werden. Besonders beliebt hierfür sind Erden mit Torfzusatz.

Und das mit gutem Grund: Torf hat eine Fülle von positiven Eigenschaften für den Boden. Er dient den Bodenorganismen – vom Regenwurm bis zu den Bakterien – als Nahrung und fördert damit indirekt die Lockerung und Durchmischung des Bodens. Er bindet Wasser sehr gut und hat einen hohen Säuregrad (der Säuregrad beeinflusst, wie gut Pflanzen Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen können; die meisten Pflanzen mögen ein leicht saures Milieu).

Doch Torf besteht aus abgestorbenen Pflanzen aus Hochmooren, die wegen der hohen Feuchtigkeit und dem fehlenden Sauerstoff nicht zersetzt wurden. Moore sind Lebensräume, Brutstätten und Rastplätze für Vögel, Amphibien und seltene Pflanzenarten. Sie speichern wie Schwämme große Wassermengen und können Überschwemmungen vorbeugen. Sie sind zudem riesige, Jahrtausende alte CO2-Speicher. Die heutigen Moore speichern doppelt so viel CO2 wie alle Wälder der Erde zusammen! Zur Torfgewinnung muss das Moor trockengelegt werden, Sauerstoff gelangt an den Torf, die Zersetzung setzt ein und das gebundene CO2 wird freigesetzt. Gleichzeitig wird ein wertvolles Ökosystem vernichtet, das weltweite Artensterben befördert.

Dabei ist Gärtnern ohne Torf eigentlich altbewährte Gartenpraxis: Grüngutkompost, der meist aus Grün-, Gehölz- und Heckenschnitt besteht, kann die positiven Fähigkeiten von Torf gut ersetzen. Ideal ist, wenn man selbst einen Komposthaufen anlegen kann, alternativ bekommt man Kompost aber auch in Kompostierungsanlagen. Rindenmulch (also Holzfasern und Rinden von Bäumen) ist ein ebenso guter Wasserspeicher wie Torf und kann gespeichertes Wasser sogar besser als dieser wieder abgeben. Gerade die Rinde von Nadelbäumen eignet sich gut, darüber hinaus den Säuregrad der Torferde nachzuahmen. Denn Tannen, Kiefern oder Fichten wachsen vorrangig auf sauren Böden. Diesen Effekt hat übrigens auch Kaffeesatz, der ebenfalls einen hohen Säuregehalt mitbringt – also am besten nicht in den Müll, sondern in den Garten oder in den Blumentopf kippen.

Natürlich gibt es auch umweltfreundlichere und komplett torffreie Erde zu kaufen. Beim Gärtnern auf dem Balkon, im Hochbeet oder im Blumenkübel kann das eine notwendige Alternative sein. Dabei ist aber zu beachten, dass Bio-Erde nicht gleich torffrei bedeudet. Stattdessen finden sich oft Begriffe wie „torfreduziert“ oder „torfarm“ auf den Verpackungen der Pflanzenerde, die uns Verbrauchen ein besseres Gewissen machen sollen, aber natürlich immer noch der Umwelt schaden. Darüber hinaus ist der Begriff „bio“ bei Blumenerden (wie bei vielen Produkten) nicht einmal geschützt, sondern kann ohne Nachweise oder Mindeststandards verwendet werden. Hilfreich für den zielgerichteten Kauf ist der „BUND – Einkaufsführer für torffreie Erden“: https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/bund-einkaufsfuehrer-fuer-torffreie-erden/